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Capitain Petzel: präsentiert Stefanie Heinze zum Gallery Weekend Berlin

Stefanie Heinzes Ausstellung bei Capitain Petzel ist die erste Soloausstellung der in Berlin lebenden Künstlerin, wo sie 1987 geboren wurde und am nordöstlichen Stadtrand aufwuchs. 2017 schloss sie ihr Malereistudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig ab, mit Zwischenstationen an der National Academy of Fine Arts in Oslo und der Skowhegan School of Painting and Sculpture in Maine, USA.

Stefanie Heinzes Gemälde zeigen Szenen voller phantastisch anmutender Begegnungen, die sich aus spielerischen transformativen und (a)sexuellen Motiven zusammensetzen. Immer wieder stellt die Künstlerin ihre Protagonisten in Situationen dar, in denen jene bestimmte Bewegungen ausführen, tief in sich versunken mit geschlossenen Augen und kurz vor dem Moment des Fallens. Diese schmale Linie zwischen Gelassenheit und Scheitern trägt zur Unruhe bei, die die Struktur von Heinzes Gemälden charakterisiert.

Ausgangspunkt der Arbeiten von Stefanie Heinze sind kleinformatige Zeichnungen, die oft in einem Collageprozess entstehen, in dem Formen entfernt oder ergänzt werden. Während der Übertragung auf die großformatige Leinwand ereignen sich von ihr durchaus erwünschte Übersetzungsfehler, denn Farben und Linien sprechen stetig verschiedene Sprachen und erzeugen so neue Bedeutungsinhalte. Dabei ist das Scheitern nicht nur immer eine Option, sondern auch ein integraler Bestandteil ihrer Bilder.

Für Heinze ist das Persönliche ebenso wie das Politische von Wichtigkeit für ihre Arbeit. Themen wie Psychologie, soziale Klasse, Gender-Betrachtung, Sexualität, Nahrungsbeschaffung und – Beschaffenheit, Verdauung und alltägliche Wettereinflüsse haben einen gewichtigen Einfluss auf ihre Kunst. Wobei sie die Nicht-Ausführung und das Unmögliche interessieren. So lässt sie, statt die Darstellung des Scheiterns auf eine konkrete Figur oder Randgruppe zu beziehen, schlaffe Penisse oder buchstäblich Karotten durch ihre Bilder fliegen. Sie deklamiert einen „newsense“ für sich, eine Art pseudo-optimistische Eigenkreation entgegen dem Nonsens. In Heinzes Bildern gewinnt der Akt des Verlierens seine eigene Logik, Komplexität und Ästhetik, und damit seine eigene Schönheit. Sie sucht nach dem Unerwarteten und dem Subversiven in das sie das Perverse integriert. Ihre Bilder bewegen sich hin und her zwischen „high and low culture“ und machen sich das Scheitern als notwendigen und besseren Weg zu eigen.

http://www.capitainpetzel.de

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