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KEWENIG – präsentiert James Lee Byars zum Gallery Weekend

KEWENIG freut sich, die Ausstellung „The Palace of Perfect“ mit Werken von James Lee Byars (1932-1997) während des Gallery Weekend Berlin zu zeigen. James Lee Byars zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der Kunst des 20. Jahrhunderts. Besonders mit seinen Performances hat er seinerzeit und ihr voraus der Kunst der Gegenwart neue Terrains erschlossen und die bis dato geltenden Grenzen des Künstlerischen gesprengt.

Byars studierte Kunst, Psychologie und Philosophie in seiner Heimatstadt Detroit. Einer frühen Neigung zur japanischen Kultur folgend reiste er 1958 zum ersten Mal nach Japan. Im folgenden Jahrzehnt pendelte er zwischen dort und den USA und verbrachte die meiste Zeit in Kyoto. In Japan tauchte Byars tief in die Kultur und Philosophie des Landes ein. Der respektvolle und zeremonielle Umgang mit handgeschöpftem Papier, Stoffen und edlen Steinen übte einen besonderen Reiz auf ihn aus. Die bedacht-konzentrierte Handlung auf dem Weg zur Vollkommenheit, die Byars in Japan kennenlernte, wurde zur zentralen Basis seiner künstlerischen Sprache.

Jeder Galerieraum — vergoldet oder mit Seide verhüllt — zeigt bedeutende Werke der 1980er Jahre, die von Byars’ Suche nach Schönheit und Wahrheit geprägt sind: Zu sehen sind unter Anderem ‚The Spinning Oracle of Delfi‘ (1986), eine riesige, schimmernde Amphore; ‚The Moon Books‘ (1989), ein enigmatisches Ensemble marmorner Bücher in den Formen der Mondphasen; ‚The Unicorn Horn in the white circle‘ (1984), ein Narwalzahn ruhend auf einem seidenen Tuch, das anmutet wie ein Meer aus weißen Federn; oder ‚The Chair of Transformation’ (1989), ein Stuhl aus dem 17. Jahrhundert, der in einem roten Zelt aus Seide das flüchtige Zuhause des nomadischen Künstlers beschreibt.

James Lee Byars erste Ausstellung fand 1958 im MoMA in New York statt. Byars hatte an der Museumskasse nach der Adresse von Mark Rothko gefragt und ob seines außergewöhnlichen Verhaltens das Kassenpersonal veranlasst, die Kuratorin Dorothy Miller hinzuzurufen. Sie fand Interesse an Byars’ Arbeit und ermöglichte ihm eine Ausstellung seiner Zeichnungen für wenige Stunden in einem der Feuer-Not-Treppenhäuser. 1969 war Byars Artist in Residence am New Yorker Hudson Institute und gründete das „World Question Center“. Im selben Jahr lernte Anny de Decker Byars in New York kennen und lud ihn zu seiner ersten Ausstellung in Europa in ihre Antwerpener Wide White Space Gallery ein. Von hier nahm Byars’ Karriere ihren weltweiten Lauf mit Ausstellungen und Performances: 1972 auf der documenta 5, Kassel; 1974 im Palais des Beaux-Arts, Brüssel; 2000 im Toyama Memorial Museum, Kawajima; 2004 in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt/ Main; 2007 im Museum of Modern Art, New York; 2013 im Museo Jumex, Mexico City; 2014 im MoMA PS1, New York; nachdem 2017 seine Skulptur „The Golden Tower“ Teil der 57. Biennale von Venedig war, zeigte 2018 zuletzt das M HKA – Museum van Hedendaagse Kunst, Antwerpen, eine umfassende Retrospektive des Künstlers.

http://www.kewenig.com

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