Galerien

KOW – präsentiert Clegg & Guttmann / Franz Erhard Walther zum Gallery Weekend

Nach zehn Jahren in der Brunnenstraße 9 zieht KOW in neue Räume in der Lindenstraße 35 zwischen jüdischem Museum und Springer Verlag. Die erste Ausstellung der Galerie fand 2009 mit Franz Erhard Walther statt – auch zur Wiederöffnung am neuen Ort macht er nun den Auftakt, diesmal jedoch im Tandem mit dem israelisch-amerikanischen Künstlerduo Clegg & Guttmann.

Was die drei Männer verbindet ist jahrzehntelanges Nachdenken über die Spielregeln des Zusammenlebens in modernen Gesellschaften. Was sie unterscheidet ist die jeweilige künstlerische Formung und Verformung dieser Regeln, die in Walthers Werk in den späten Fünfzigerjahren beginnt und auf Erfahrungen der Nachkriegszeit fußt, während Clegg & Guttmann seit den frühen Achtzigerjahren einem analytischen Zugang folgen, der sich an poststrukturalistischer Soziologie und spezifischen historischen Motiven orientiert.

Das ungleiche Trio, dessen Werke unerwartete Parallelen zeigen, lenkt den Blick kritisch auf das, was man heute die Tücken der Beteiligungskultur nennen könnte: echte und nur scheinbare Spielräume, harte oder nur empfundene Zugangsbarrieren beim Marathonlauf des Subjekts unterwegs zum demokratischen Versprechen auf Selbstentfaltung innerhalb der Normen eines institutionalisierten Gemeinwesens. Wem das Wort und die Idee der Partizipation gefallen – in der Ausstellung lässt sich nicht ohne Amüsement studieren, wie dieses politische Konzept gefeiert, deformiert und perforiert wird.

http://www.kow-berlin.com

 

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